Zwischen Harz und Heide ist was los
Text & Fotos: DANIEL KONN-VETTERLEIN
Zweimal im Jahr führt der Aquarienclub Braunschweig seine Börse durch, die früher zu den größten ihrer Art gehörte, aber dann etwas in Vergessenheit geriet. Nachdem die Herbstbörse 2025 als großer Erfolg verbucht werden konnte, besuchte ich das Event im Januar zum ersten Mal selbst wieder und war gespannt, was aus der Veranstaltung geworden war.
Etwa 400 Arten, inklusive verschiedener Zuchtformen, wurden vom Ausrichter im Voraus mittels einer online einsehbaren Stockliste angekündigt. Darunter fanden sich vor allem Zierfische, aber auch zahlreiche Garnelen, Schnecken und Wasserpflanzen. Einige Arten wurden zwar mehrfach unter verschiedenen Namen offeriert, aber dennoch versprach das Angebot ausgesprochen reichhaltig zu werden. Eine besonders gute Auswahl gab es außerdem an Lebendfutterkulturen wie den noch recht neuen Israelischen Tubifex.
Garnelen gab es in vielen Farbformen und Arten, unter anderem die klassische Red Bee (Caridina logemanni „Red“).
Vorab gut informiert
Zusätzlich zur Stockliste stellte der Aquarienclub Braunschweig einige Tage zuvor auch einen Hallenplan zur Verfügung, sodass Besucher gezielt Aussteller anlaufen konnten, ohne sich im Gedränge zu verlieren. Eine sehr praktische und hilfreiche Idee, wie sich zeigte. Denn von 10 bis 11.30 Uhr waren die Gänge, die bereits extra breit angelegt waren, so voll, dass man die Aquarien teilweise nur aus anderthalb Metern Entfernung betrachten konnte. Dann aber legte sich der Ansturm und man hatte Gelegenheit, sich in Ruhe einen Überblick zu verschaffen.

Lebendfutter-Kulturen waren ein Highlight der Börse, hier wurde jeder fündig.
Nur wenige Aquarien waren jetzt leergeräumt, offenbar hatten die Anbieter gut vorgesorgt und ausreichend Fische und Wirbellose mitgebracht. Seltene Arten waren erwartungsgemäß nicht viele zu finden, aber das ist auch nicht der Sinn einer solchen Börse. Stattdessen wurde ein breites Sortiment fitter und agil wirkender Fische angeboten, das hier und da durch nicht alltägliche Arten ergänzt wurde.

Zu jeder angebotenen Art gab es einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten Informationen. Einige Aussteller müssten ihre Infos allerdings überarbeiten.
Vierzig Züchter bildeten den Kern der Anbieter, aber der Aquarienclub plant und arbeitet auch mit Händlern und Herstellern zusammen, um ein möglichst umfangreiches und zufriedenstellendes Angebot zu bieten. Etwa 1.000 m² gab es zu besichtigen, die unter anderem anhand eines „Züchter-Clusters“ organisiert wurden. Damit wird verstärkt darauf geachtet, dass nicht jeder Anbieter die gleiche Art mitbringt, ein vielfältiges Angebot soll von Beginn an gefördert werden. Wer doch ähnliche Arten anbietet, wird räumlich so untergebracht, dass man nicht nebeneinander liegt.

Wasserpflanzen wurden durch fachkundiges Personal angeboten, hier Elke Stoppel von den Aquarienfreunden Lübeck.
Für die Besucher standen direkt vor der Veranstaltungshalle kostenfreie Parkplätze zur Verfügung. Diese wurden auch rege genutzt, denn die Börse findet am westlichen Stadtrand von Braunschweig im „Millenium Event Center“ statt. Ankündigungsplakate auf dem Parkplatz und im Eingangsbereich deuteten darauf hin, dass sich hier normalerweise größere Veranstaltungen ereignen. Wo sonst Popstars musizieren, sollten heute die Kolbenkompressoren brummen.

Jungfische von Pterophyllum scalare „Río Nanay“, diese Fische sahen sehr gut aus.

Schöne und sinnvoll konstruierte Börsenbecken fielen besonders positiv auf, nur wenige Aussteller nutzten blanke Glasaquarien.
Planung zahlt sich aus
Ab 9 Uhr bildete sich vor dem Eingang bereits eine Schlange, trotz der Kälte war der Andrang groß, und die Besucher warteten auf den um 10 Uhr beginnenden Einlass. 5 € nimmt der Verein pro Person, sofern diese älter ist als 14 Jahre, Kinder zahlen nichts. Gemessen an der Halle, der Infrastruktur und der Planung für diese Veranstaltung ein absolut angemessener Preis. Denn die Börse wird von den Vereinsmitgliedern ab sechs Uhr morgens auf die Beine gestellt, und drei Monate im Voraus wird bereits geplant, welche Aussteller vor Ort sein werden und was diese anbieten können.

Auch Hybriden waren erhältlich, darunter Caridina sp. „Blue Bolt“.
Diesmal ergaben allein die Züchter zusammengenommen 125 laufende Meter, die mit Tischen ausgestattet zum Paradies für neugierige Aquarianer wurden. Mit 1.600 Besuchern bei der Januaraustragung veranstaltet der Braunschweiger Aquarienclub nun wieder die größte Zierfischbörse Deutschlands. Die nächste Austragung findet am 1. November statt, und es haben sich schon jetzt neue Züchter angemeldet, die das Angebot im Herbst verstärken wollen.
