Beschreibung Titelbild: Habitat von Caridina cantonensis in der Provinz Guangdong, China.
Eigentlich gar nicht so schwierig
Text: ULLI BAUER
Fotos (Falls nicht anders vermerkt): WERNER KLOTZ
Das Wissen über die Herkunft der Arten, aus denen die als eher empfindlicher geltenden Caridina-Hochzuchten gezüchtet wurden, hilft uns, ihre Haltung zu optimieren. Als Ausgangsarten unserer modernen Hybriden gelten die Bienengarnele (Caridina logemanni), die Tigergarnele (Caridina mariae) und verschiedene Standortvarianten von Caridina cantonensis. Anders lautenden Angaben zuwider kommt Caridina serrata im Hobby so gut wie nicht vor und spielt daher vermutlich auch bei der Hybridzucht keine größere Rolle.
Die Biotope
Die Arten kommen aus unterschiedlichen, aber vergleichbaren weitgehend pflanzenlosen Biotopen in Südchina und Hongkong: Das Wasser dort ist sehr weich, sauber, sauerstoff- und huminstoffreich. Im Durchschnitt liegen Gesamthärte und Karbonathärte bei 0 °dH, der pH-Wert bei 5 bis 6,5 und die Wassertemperatur bei etwa 10 bis maximal 25 °C.
Habitat von Caridina logemanni in Hongkong.

Wilde Bienengarnelen im Habitat.

Habitat von Caridina mariae in der chinesischen Provinz Guangdong.
Aquarieneinrichtung
Schon ein Aquarium ab 20 Litern Volumen eignet sich für eine Zuchtgruppe – größer geht immer! Neben Filter und Beleuchtung empfiehlt sich noch ein Kescher zum Garnelenfang und eine lange Pinzette, um Futterreste und Pflanzenreste aus dem Aquarium zu entfernen. Ein Leitwertmessgerät mit Anzeige in Mikrosiemens und diverse Wassertests sind ebenfalls sinnvolle Anschaffungen.
Vorzugsweise verwenden viele Züchter eine dünne Schicht aktiven Soil als Bodengrund, der die Wasserwerte durch seine Ionentauschfunktion optimal auf die Bedürfnisse der Garnelen einstellt. In Zuchtbecken wird meist eine eher spärliche Bepflanzung aus aufgebundenen Aufsitzerpflanzen gewählt, weil übersichtlicher und einfacher sauber zu halten. Etwas braunes Laub im Aquarium kommt ihrer Lebensweise dagegen sehr entgegen, es dient als Dauerfutter und Versteck.

Eine wilde Tigergarnele (Caridina mariae) im Habitat.
Wasseraufbereitung
Weil Leitungswasser oft für Hochzuchtgarnelen ungeeignet ist, weicht man gerne auf Osmosewasser aus, das mit einer geeigneten Mineralsalzmischung remineralisiert wird, welche nur die Gesamthärte erhöht. Das Anmischen selbst ist einfach: Die entsprechende Menge Salz wird vor dem Wasserwechsel ins Osmosewasser eingerührt und der Leitwert überprüft . Bei Zimmertemperatur (18 bis 22 °C) ist kein Heizstab notwendig. Steigt die Aquarientemperatur im Sommer dauerhaft über 25 °C, ist dagegen ein Aquarienkühler sinnvoll.

Die „Aura Blue“ gehört ebenso zu Caridina cantonensis … (Foto: Neli Martín)

… wie die Rote Tüpfelgarnele … (Foto: Neli Martín)

