neue Membranpumpen im Test
Text & Fotos: HARRO HIERONIMUS
Die Firma JBL aus Neuhofen hat kürzlich eine neue Serie von Membranpumpen herausgebracht.
Damit können Aquarien fast jeder Größe sicher belüftet werden. Diese Produktreihe war bei mir
auf dem Prüfstand und soll hier nun vorgestellt werden.
Warum Luft?
Membranpumpen haben verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Die einfache Belüftung dient dazu, dass es zu keinem Sauerstoffmangel im Aquarium kommt. Das ist besonders wichtig bei dicht besetzten Aquarien, etwa mit Jungfischen aus eigener Nachzucht. Ein weiterer wichtiger Einsatzzweck ist der Betrieb von Mattenfiltern. Das können einfache Systeme mit einer kleinen Schaumstoffrolle wie auch aufwendige Mattenfilter für größere Aquarien sein. Ein bekanntes Modell ist der Hamburger Mattenfilter, den man selbst bauen kann, und den es in Abwandlungen inzwischen in zahlreichen Ausführungen auch fertig zu kaufen gibt.
die Modelle
Die proair a-Reihe wird in den Größen a60, a100, a200, a400 und a600 angeboten. Der grundsätzliche Lieferumfang ist bei allen Geräten identisch. Neben der Membranpumpe werden zwei Meter Silikonschlauch, ein Rückschlagventil sowie ein Ausströmer mitgeliefert. Ab der a200 aufwärts haben die Ausströmer die doppelte Länge, ab der a400 ist alles im Lieferumfang doppelt vorhanden, da es zwei Luftausgänge und dazugehörige Membranen gibt. Das Gehäuse ist aus schlagfestem Kunststoff und wirkt sehr wertig. Vier Gummifüße sollen für einen sicheren Stand sorgen. Zusätzlich ist eine Schraube enthalten, die für den sicheren Halt, etwa bei einer Wandbefestigung sorgen soll. Membranpumpen sollten grundsätzlich, auch mit Rückschlagventil, oberhalb der Wasseroberfläche des Aquariums angebracht werden.

Die Typenreihe proair a60-a600.
Die Ausstattung
Die a60 hat als kleinste Pumpe die geringste Ausstattung. Der Luftstrom kann nicht an der Membranpumpe geregelt werden. Wenn die Leistung noch zu hoch ist, kann man natürlich ein Ventil in den Schlauch einsetzen. Die anderen Pumpen haben eine elektrische Regelung (Drehventil), bei der a400 und a600 gibt es zusätzlich mechanische Regler. Bei diesen Membranpumpen kann also die Luftmenge ohne weitere Ventile an den Geräten stufenlos geregelt werden. Das vergrößert den Einsatzbereich und hat praktische Vorteile gegenüber der a60.

Ventil der Modelle a60-a200.
Der Silikonschlauch ist hochwertig und mit zwei Metern lang genug für die meisten Einsatzzwecke. Das Rückschlagventil, für das die Einbaurichtung gut erkennbar angegeben ist, wird in den Schlauch eingesetzt. Dieses setzt. sollte nicht eingetaucht weden. Die Gummi füße wirken sehr stabil und sitzen fest. Sie sollen dafür sorgen, dass die Pumpen einen festen Stand haben und ruhig laufen.

Mechanisch regulierbares Doppelventil der Modelle a400 und a600.
Bedienung und Wartung
Die Bedienung der Pumpen ist sehr einfach und verlief ohne auft retende Probleme im Testeinsatz. Alle Geräte haben an der Unterseite einen mit Schaumstoff unterlegten Lufteinlass, der regelmäßig auf Verschmutzungen untersucht und dessen Schaumstoff einfach ausgewechselt werden kann. Wenn die Luftleistung nachlässt, ist fast immer die Membrane defekt. Das Gehäuse lässt sich nach Lösen von vier Schrauben (acht Schrauben bei a400 und a600) leicht auseinandernehmen. Nach Lösen zweier Gummiringe ist die Dichtung einfach abzuheben. Nun ist der Blick ins Innere frei, die Membranen lassen sich durch Lösen weiterer Schrauben schnell auswechseln. Der Wiederzusammenbau ist genauso einfach und innerhalb von zwei Minuten erledigt.

Lieferumfang, hier der a400 mit Doppelventil.
Fazit
Eine Pumpenreihe für nahezu jeden Einsatzzweck, von klein bis groß. Dazu sind die Pumpen – nach eigenem Test – relativ leise und fallen durch die Lautstärke kaum auf. Mit vier Jahren Garantie (zwei plus zwei nach Registrierung) spricht auch dieser Punkt für die hohe Produktqualität.

Elektronischer Regler der Modelle ab a100.

Luftfilter und Wandaufhängung.
Mehr Luft für bessere Filterwirkung
Im Filter arbeiten die sogenannten Filterbakterien am Abbau von Schadstoff en, besonders Ammonium- und Nitritionen sowie Ammoniak. Für diese Vorgänge wird in jeder Stufe bis hin zu den relativ harmlosen Nitrationen viel Sauerstoff benötigt. Auch wenn unsere Umgebungsluft , die mithilfe der Membranpumpen ins Wasser eingebracht wird, nur etwa 21 % Sauerstoff (O2) enthält, löst sich dieser relativ gut im Wasser und kann damit die Filterwirkung erhöhen. Besonders gut wirkt dies in den Mattenfiltern.

Blick ins Innere mit den beiden Membranen und dem Antrieb.
Oft hört man, dass eine Belüftung das CO2 austreibt und dieses damit nicht mehr der Pflanzenernährung dienen kann. Hier scheint der Pflanzenfreund in einer echten Zwickmühle zu stecken. Auf der einen Seite soll es den Fischen und Wirbellosen natürlich gut gehen – sie sind ja besonders auf Sauerstoff angewiesen –, während die Pflanzen bei einem höheren CO2-Gehalt und guter Beleuchtung sogar Sauerstoff erzeugen. Aber wenn das Licht am Abend ausgeht, ändern sich die Verhältnisse bei den Pflanzen: Der Stoffwechsel kehrt sich um und sie erzeugen CO2. Deswegen werden CO2-Anlagen auch nachts abgeschaltet.

Anm.: MPa zeigt die Höhe an, bei der die angegebene Leistung erreicht wird. 0,01 MPa entspricht dabei 1 m Wasserhöhe.
Durch den nächtlichen Verbrauch an Sauerstoff kann es in Aquarien zum Morgenhin zu einem erheblichen Sauerstoffmangel kommen. Außerdem können die Filterbakterien nicht optimal arbeiten. Warum also nicht auch die Membranpumpe über eine Zeitschaltuhr laufen lassen, die für Luft zufuhr sorgt, wenn es im Aquarium dunkel ist? Das würde sowohl den tierischen Bewohnern des Aquariums wie auch den Filterbakterien helfen und damit für ein gesünderes Aquarienmilieu sorgen.
