Die interessantesten Beobachtungen und Bilder
Text & Fotos: SULAWESI KEEPERS
Die Expedition der Sulawesi Keepers im Jahr 2025 zum Matanosee hatte drei Ziele: die Erforschung bekannter und neuer Fundorte, Treffen mit der einheimischen Bevölkerung und natürlich den Schutz der endemischen Arten. Hier sind einige fotografische Höhepunkte dieser sehr intensiven acht Tage.
Schnecken der Gattung Tylomelania
Wir machten viele neue Beobachtungen und konnten Vorkommen von Arten dokumentieren, über deren natürliche Habitate wir bislang nicht viel wussten.

Sandiger Grund
Die unerbittlichen Wellen im Matanosee formen den Untergrund – und die Pflanzen schweben in der Wasserbewegung mit.

Krabbenschwarm
Mehrere Exemplare der Krabbenarten Syntripsa matannensis und Parathelphusa pantherina
fraßen im friedlichen Miteinander eine große tote Grundel.

Winzige Muscheln
Man braucht eine Menge Glück, um die millimetergroßen Pisidium zu finden, die sich unter den Felsen verstecken. Die Muschelgattung wurde taxonomisch noch nicht vollständig bearbeitet.

Grundeln Auge in Auge
Die Grundeln im See waren besonders neugierig und wandten mir gerne ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu, was Nahaufnahmen unglaublich schwierig machte.

Die Kardinalsgarnelen sind noch da!
Am „geheimen Fundort“ mit Kardinalsgarnelen, den ich letztes Jahr gefunden hatte (wir berichteten in Ausgabe 1/25), fand ich auch in diesem Jahr wieder Caridina dennerli. Hier müssen sie sich nicht tief zwischen den Felsen vor räuberischen invasiven Fischen verstecken.

Bunte, schnelle Regenbogenfische
Regenbogenfische (Telmatherina spp.) kommen zwar gerne nah heran, stehen aber selten still im Wasser. Die Männchen der recht großen Arten zeigen eindrucksvolle Farben.

Schraubenpalmen
Im flachen Wasser wachsende Schraubenpalmen bieten vielen Fischen reiche Lebensräume. Man findet sie überwiegend entlang des Südufers des Matanosees und auf verschiedenen Inseln.

Workshop zur Herstellung von Fischpellets
Bei einem eintägigen Workshop zur Verwendung invasiver Fische brachten zwei Professoren der Universität Makassar Vertretern der einheimischen Bevölkerung nahe, wie sie invasive Fische in Form von Futterpellets für Geflügel nutzen können. Ich hielt einen Vortrag über die Wichti gkeit des Matanosees und die Gründe, warum invasive Fischarten abgefischt werden müssen. Unser Mitglied Iqram stellte das Projekt für die Ausrottung invasiver Fische an ausgewählten Standorten vor, das auch in diesem Jahr fortgesetzt wird. Unsere Gastgeber, die Gemeinschaft Spearfishing Luwu Timur, hatte zwei Pelletiermaschinen erhalten und demonstrierte die Herstellung in der Praxis. Eine rundum motivierende und interessante Veranstaltung – wir freuen uns auf die Ergebnisse!

Speerfischen
Ohne die gezielte Speerfischerei wäre die Dezimierung invasiver Fische und ihre Verarbeitung zu Futterpellets nicht möglich. Wir begleiteten das Team von Spearfishing Luwu Timur vor dem Workshop einige Tage bei seiner Arbeit. In nur einem halben Tag wurden Dutzende invasiver Cichliden und Welse gefangen, die dann händisch geputzt und in der Sonne getrocknet wurden. Dieser Vorgang ist mühsam und langwierig, aber er bringt Profit – und leistet einen enorm wichti gen Beitrag zum Schutz der heimischen Fauna im Matanosee!

Garnelenworkshop
Für unsere Freunde aus der Gemeinschaft Spearfishing Luwu Timur organisierten wir eine halbtägige Veranstaltung, in der wir uns ganz auf Garnelen konzentrierten. Wir besprachen die Zucht im Aquarium, aber auch den Fang, die richtige Zwischenhälterung und den Transport. Ein einheimischer Garnelenfänger mit langjähriger Erfahrung nahm ebenfalls teil. Dank der Vorträge und Gespräche haben die Einheimischen nun ein besseres Verständnis für Marktbedarf und -ansichten; sie wissen mehr über die Bedürfnisse der Tiere und konzentrieren sich nun noch intensiver auf den Schutz der Garnelen im See selbst. Wir besprachen einige Versuchsausbauten, mit denen Bedrohungen wie invasive Fische und übermäßiges Algenwachstum besser verstanden und im Nachgang auch bekämpft werden können, während sich gleichzeitig der Fangdruck auf die überlebenden Wildpopulationen von Caridina dennerli reduziert. Nachhalti ge Garnelenfarmen im See sind keine Utopie, sondern akti ver Artenschutz mit wirtschaft lichem Zusatznutzen.


