Das Apistogramma-Web
Bei der Lektüre der letzten Ausgabe mit dem Schwerpunkt „Zwergbuntbarsche“, begann für mich die Reise zu dieser Kolumne. Eine Reise, die mich ratlos hinterlässt. Seit 2012 forsche ich zur Geschichte des Internets und werbe dafür, dass wir unseren privaten Vivaristik-Websites wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Aber vielleicht ist es dafür längst zu spät.
Aber der Reihe nach, ich googelte zunächst nach Zwergbuntbarschen und Apistogramma. Ich fand viele Treffer, aber diese waren fast alle Links zu Onlinehändlern. Ich hingegen war auf der Suche nach etwas anderem, nämlich nach Apistogramma-Websites, die Informationen und vielleicht auch Möglichkeiten zur Kommunikation und Vernetzung bieten würden. Ich recherchierte weiter.
Die Wayback Machine des Internet Archive war meine zweite Anlaufstation. Hier findet man das Web von einst. Ich suchte nach Apistogramma und nach Zwergbuntbarschen und fand eine ganze Reihe Websites mit meinen Schlüsselwörtern in ihrer Webadresse. Allerdings zeigte der genauere Blick, dass viele dieser Websites schon lange nicht mehr aktualisiert wurden. Manche sind noch online verfügbar, aber seit zehn oder mehr Jahren nicht mehr bearbeitet worden. Viele sind längst stillgelegt, manche der Webadressen stehen zum Verkauf.

Ein Ausschnitt aus dem Apistogramma-Web von einst, in der Datenbank der Wayback Machine.
„Schleichender Tod der Webseite“, genau davor warnte uns ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung 2015. Genau zu jener Zeit, als viele der Apistogramma-Webprojekte ihr Ende fanden. Als Grund für das Sterben der Websites nannte der Artikel vor allem die großen Plattformen. Zitat: „Millionen private Homepagebetreiber, Blogger, (…) sind nun mit ihrer digitalen Präsenz zu Facebook gewechselt.“ Nicht alle Webprojekte über Zwergbuntbarsche endeten genau deswegen. Manche von ihnen schlagen sich sogar bis zum heutigen Tag wacker weiter und bleiben aktiv. Aber es wurden im Laufe der Jahre immer weniger von ihnen. Die Sogkräfte der großen Plattformen blieben nicht ohne Wirkung. Eine Website lebt vom Zuspruch ihrer Besucher. Wenn diese aber ausbleiben, weil sie sich lieber in ihren Social Media-Apps unterhalten lassen, spüren Websitebetreiber das. Aufmerksamkeitsökonomie ist der Begriff dafür, und die kleinen Webprojekte zählen vielfach zu ihren Opfern. Das Apistogramma-Web von einst ist daher leider Geschichte, und damit auch viele zusammengestellte Informationen, die liebevoll und mit reichlich Zeiteinsatz für Nutzer bereitgestellt wurden.
