Als Aquarianer surfen lernten - Rückblick auf die Geschichte der Aquaristik im Internet aus aquaristik 04/2026

Als Aquarianer surfen lernten - Rückblick auf die Geschichte der Aquaristik im Internet aus aquaristik 04/2026

Licht und Schatten der smarten Aquaristik

Smarte Aquarien sind eine neuere technische Entwicklung, auch wenn manch Tüftler schon länger einzelne Funktionen seiner heimischen Aquarienanlage zumindest teilweise automatisiert hat.

Angefangen bei smarten Steckdosen, die den verbrauchten Strom messen und sich zeitlich steuern lassen, über die intelligente Steuerung von Licht, Temperatur und vielleicht auch Strömung im Tagesverlauf, die Messung von Wasserwerten bis hin zur automatischen Fütterung oder sogar dem selbsttätigen Wasserwechsel. Manche dieser Funktionen dienen dazu, das natürliche Habitat besser nachzuahmen, andere reduzieren den Pflegeaufwand. Insbesondere in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage ist auch die Senkung von Stromkosten möglich. Und vor allem: Über unser Smartphone sind viele der smarten Funktionen von unterwegs aus steuerbar, und in Verbindung mit einer Webcam kann man gar jederzeit und von überall einen Blick ins heimische Aquarium werfen. Es ist schon praktisch, die Fische aus der Entfernung zu beobachten und sich vergewissern zu können, dass alles in Ordnung ist. Laufen die Filter und sind alle Fische fit?

Doch wo Licht ist, dort ist auch Schatten. Als Digital-Historiker fällt mir da beispielsweise die Geschichte ein, die sich 2018 in Las Vegas zutrug. Hacker versuchten damals, Zugriff auf das Computersystem eines Casinos zu erlangen. Das Casino wusste natürlich um solche Bedrohungen und hatte seine Zugänge zum Internet gut geschützt. Dabei wurde aber nicht an alle Zugänge gedacht. Ausgerechnet ein Aquarium in der Lobby des Casinos war die Schwachstelle der Cybersicherheit. Denn das Aquarium war mit einem smarten Thermostat ausgestattet und dieses Gerät war sowohl mit der Cloud (also dem virtuellen Datenspeicher) des Casinos verknüpft, als auch mit dem Internet verbunden. Die Hacker entdeckten diese Schwachstelle, denn zum Internet hin war der Thermostat nicht wirksam gesichert, und sie nutzten das Einfallstor, um sich Zugang zu dem digitalen Allerheiligen des Casinos zu verschaffen. 10 Gigabyte an Daten zogen die Hacker von dort auf ihre eigenen Rechner, darunter wertvolle Kundendaten.

Was lernen wir daraus? Die Digitalisierung unserer Heime und damit auch unserer Aquarien ist also nicht ohne Risiken. Wo Licht ist, findet sich auch Schatten. In diesem Sinne sollten wir neugierig und aufmerksam bleiben!