Fotos: Sebastian Wolf
Limia islai, der Tigerkärpfling, lebt im Miragoâne-See auf Haiti, einem der größten Süßwasserseen der Karibik. Je nach Wasserstand erstreckt er sich über eine Fläche von 9 bis 24 Quadratkilometer und ist bis zu 45 Meter tief. Doch das in Haiti auf der Insel Hispaniola gelegene Heimatgewässer des Tigerkärpflings, der nur dort vorkommt, gleicht leider nicht dem Traum von karibischer Idylle, die man sich vorstellt. Die Abholzung der Wälder in der Umgebung bewirkt den Eintrag von Sedimenten ins Wasser und ein Absenken des Grundwasserspiegels. Haiti ist eines der ärmsten Länder der Welt und verfügt in vielen Regionen über keine Abwasserklärung, sodass Fäkalien, Reinigungsmittel und andere Schadstoffe unbehandelt in den See gelangen. Auch Pestizide, die gezielt zum Fang von Speisefischen eingesetzt werden, verschmutzen das Gewässer.

Weibchen des Tigerkärpflings.
Ein Erhalt des Herkunftsbiotops ist aktuell unrealistisch, der Einsatz vor Ort gar gefährlich und somit ist die ex-situ-Haltung des Tigerkärpflings elementar wichtig für das Überleben der Art. Im Mai diesen Jahres listet Citizen Conservation 26 Halter und 823 Individuen des vom Aussterben bedrohten Lebendgebärenden. Aquarianer können hier ganz explizit dazu bei tragen, eine Art zu erhalten: direkt, unbürokratisch und effektiv.
