Titelbild: Hypancistrus seideli (Daniel Konn-Vetterlein)
Die Errichtung und Inbetriebnahme des Belo-Monte-Staudammes am Rio Xingu in Brasilien hat auch in der Aquaristik für viel Aufsehen gesorgt. Zehn Jahre nach dessen Einweihung lassen sich nun bereits negative Auswirkungen wissenschaft lich belegen. So wurde festgestellt, dass es aufgrund der Veränderungen von Flusstiefen, Strömungsgeschwindigkeiten und damit der Lebensgrundlagen zu neuen Überschneidungen der Verbreitungsgebiete kommt, und die Arten H. zebra, H. seideli und H. yudja nun sogenannte Übergangsbiotope teilen, was vorher nur selten der Fall war. Der Vergleich morphometrischer Daten von 55 wild gefangenen Individuen der obigen Arten sowie einer vermeintlichen Hybridform ergab, dass sich anhand der Resultate tatsächlich ein Hybriddefinieren und unterscheiden lässt, der die Merkmale der bekannten Arten in modifizierter Form vereinheitlicht. Die Annahme, dass es im Rio Xingu zu Harnischwels-Hybriden kommt, gibt es bereits lange und beruhte ursprünglich auf der unfassbaren Variabilität bezüglich Zeichnung und Färbung. Der Staudamm und das durch ihn veränderte Flussbett scheinen die Hybridisierung nun zu forcieren.
Literatur: KERNISKE, F., DALCIN, R., SOUSA, L. & ARTONI, R. (2025): Geometric morphometrics reveal a potential hybridization zone in endemic species of Hypancistrus (Siluriformes: Loricariidae) from the lower and middle rio Xingu. Neotropical Ichthyology. 23. e240107.
