Titelbild: David Bierbach
Arapaima (Arapaima gigas) gehören zu den größten Süßwasserfischen der Welt und können Längen von über zwei Metern sowie Gewichte von fast 300 Kilogramm erreichen. Anders als die meisten Fische sind sie auf Luftatmung angewiesen: Erwachsene Tiere kommen etwa alle zehn Minuten an die Wasseroberfläche, Jungtiere deutlich häufiger. Diese Anpassung hilft ihnen, in sauerstoffarmen Gewässern zu überleben. Die nun veröffentlichte Studie zeigt, dass die Jungtiere dies in Gruppen von mehreren Hundert Individuen tun und dabei ihre Atemzüge sekundengenau synchronisieren. Mithilfe von Computersimulationen haben die Forschenden herausgefunden, wie die Tiere ihre unterschiedlichen Atembedarfe aneinander anpassen. Demnach begeben sich die Tiere mit „Schwarmgenossen“, die ähnliche Atembedürfnisse haben, an die Oberfläche. So müssen sie weniger Kompromisse eingehen als bei einer Teilnahme aller Tiere. Wer gerade Luft geholt hat, setzt eine Runde aus. Diese Synchronie ermöglicht es, dass oft mals über 75 Prozent des Schwarms beim Luftholen mitmachen können, ohne dass einzelne Individuen zu lange warten oder zu oft an die gefährliche Oberfläche schwimmen müssen. Prädatoren werden so verwirrt und die Jungfische schützen sich im Kollektiv gegenseitig.
Literatur: BARTASHEVICH, P., FRANCISCO, F. A., ESCURRA-ALEGRE, A. et al. 2026: Airbreathing
synchrony in juvenile Arapaima gigas reveals collective coordination under individual physiological constraints. Communications Biology 9, 831.
